Mittwoch, 2. März 2016

52 Schlüsselwörter - Februar




Die Blogparade der 52 Schlüsselwörter geht in die zweite Runde mit dem Februar 2016! Wer nicht weiß, um was es bei dieser Aktion geht, kann den Hintergrund hier nachlesen.

#06/Schuld

Bei diesem Stichwort musste ich länger überlegen. Das Topos Schuld ist ja ein reichlich beliebtes und kann in vielerlei Gestalt auftreten. Die Missionare, die in The Mission durch die indigene Bevölkerung erlöst werden müssen, die Schuld, die der Vater in Prisoners auf sich lädt, obwohl der doch für die vermeidlich gerechte Sache eintritt oder auch die Schuld des Immortan Joe in Mad Max: Fury Road, der seine Untertanen darben und einige von ihnen in den heiligen Krieg schickt. Schließlich aber kam mir der Moment in Erinnerung, jener Augenblick, in der der Protagonist erfährt, dass er eine unmenschliche Schuld auf sich geladen hat. Die Rede ist von jener Szene in Der Stellvertreter, in der der bisher recht unbedarfte SS-Mann zum ersten Mal mit jenen Ereignissen konfrontiert wird, für die Konzentrationslager gebaut wurden. Er späht durch ein Guckloch in einen der Duschräume, schreckt zurück und schaut sich fassungslos um. Die Umstehenden ignorieren sein stummes Entsetzen, auch die Kamera zeigt nicht das Innere des Gebäudes sondern bleibt bei dem Mann, dem schlagartig bewusst wird, dass er an einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt ist, dass er im Fortlauf der Geschichte mithilfe des Vatikans zu beenden versucht. Es ist ein unheimlicher, ein kraftvoller Moment, ein Moment, der illustriert, wie Schuld ohne Vorwarnung und mit immenser Intensität in das Leben eines Menschen einbrechen kann.


#07/Beerdigung

Keine Beerdigung im Sinne eines Sarges in der Erde, wohl aber eine Bestattung im weitesten Sinne: das missglückte Verstreuen der Asche in The Big Lebowski. Mehr muss ich dazu wahrscheinlich nicht sagen.
Gleich an zweiter Stelle kommt übrigens die Beerdigung in My Girl – Meine erste Liebe, bei der ich immer wieder Rotz und Wasser heulen kann.


#08/Rauschen

Was ist wohl gemeint? Das weiße Rauschen im TV, das die Ankunftvon Geistern ankündigen kann? Das Rauschen eines Baches, an dessen Ufern es zu einer spirituellen Begegnung mit Sasquatch kommt? Oder doch das Rauschen des Windes, wie er ungerührt durch die Bäume streift, während sich unter ihm eine Filmhandlung abspielt? Ich gehe mit letzterem und nenne meine erste Assoziation, Die sieben Samurai. Etwas in Akira Kurosawas Bildern fängt die die Protagonisten umgebende Natur perfekt ein, wenn der Wind weht, sieht man nicht nur das Rauschen, man spürt es auf der Haut und hört es sogar, selbst wenn der Soundmix es komplett von der Tonspur verbannt hat. Die Natur wirkt bei Kurosawa genau so: natürlich. Und in der Natur rauscht es nun einmal öfters.


#09/Hitze

Ich hasse Hitze und der Sommer ist dementsprechend nicht gerade meine Lieblingsjahreszeit. Alles flirrt, man kann nicht davor fliehen (ganz im Gegensatz zu Kälte, die sich mit der richtigen Kleidung gut aushalten lässt) – es ist nicht wirklich ein Genuss, zumindest für mich nicht. Der Sommer bringt die Blockbuster oder die, die sich dafür halten und plötzlich wird man ständig gefragt, warum man denn Filme guckt, anstatt draußen zu sein. Nun gut. Ein Film, der das Gefühl der Hitze, der manchmal diffusen Anspannung unter der Dunstglocke der heißesten Jahreszeit allerdings sehr gut, durch Setting und Kameraarbeit, transportiert, ist der ungarische Just the Wind. Der Sommer in Ungarn ist ohnehin eine schweißtreibende Angelegenheit und gepaart mit der Bedrohung, der sich eine Roma-Familie im portraitierten Sommer ausgesetzt sieht wird das Ganze zu einem Film, in dem man die alles überwabernde Hitze förmlich greifen kann. Weitere Hitze-Kandidaten waren Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers, Stirb langsam – Jetzt erst recht und Sunshine.

Kommentare:

  1. Juhu, noch jemand im Hitzehasser-Club! :)

    Dass du Rauschen mit den sieben Samurai assoziierst, finde ich wunderbar. Daran habe ich gar nicht mehr gedacht. :)

    Und jetzt, wo du My Girl erwähnt hast, bin ich auch den Tränen nah geworden. *schnüff* So eine traurige Szene. Und jedes Mal, wenn ich den Film gucke, hoffe ich immer, dass der Film wie durch ein Zauberhand geändert wurde, so dass Thomas J. am Ende doch überlebt...

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  2. Haha. Großartige Wahl bei Beerdigung.

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