Mittwoch, 26. Februar 2014

Meine Soundtrack Top 10



(Bildidee angelehnt an ERGO)


Es ist an der Zeit, selbst mal etwas in die Blogosphäre einzubringen. Im letzten aufgenommen Stöckchen, Mein Leben in 15 Songs, habe ich ja schon darüber spekuliert, dass, zumindest für mich, eine Liste der Soundtracks meines Lebens ebenso sinnvoll wäre. Denn als Cinephilen begleiten einen natürlich nicht nur einzelne Songs, sondern ganze Klangteppiche aus Filmen durchs Leben und warum sollte man diese nicht auch zu ihrem Recht kommen lassen? Darum präsentiere ich euch heute Meine Soundtrack Top 10, die ich gerne als Stöckchen ins Netz hinauswerfen möchte. Möge es auffangen, wer Lust darauf hat, daran teilzunehmen und vielleicht so wie ich eine Ergänzung zu den Lebenssongs erstellen möchte. Eurer Pingback/Feedback dürft ihr selbstredend gerne in den Kommentaren hinterlassen, ich freue mich auf jeden weiteren Teilnehmer/Kommentator.
Und nun, ohne weitere Umschweife, die 10 Soundtrackalben meines Lebens.

LITTLE SHOP OF HORRORS (1986, Howard Ashman & Alan Menken)
Als Kind bin ich mal in Wohnzimmer gekommen, als mein Vater diesen Film schaute. 12 war ich da noch lange nicht und dementsprechend durfte ich nicht bleiben. Aber die Zeit reichte, um eine singende Pflanze zu sehen. Ich sah diese absolut phänomenale Kreation und hörte einen Auszug aus Feed Me (Git it). Von da an konnte ich es nicht abwarten, endlich alt genug zu sein, um den kompletten Film sehen zu dürfen und als es soweit war, wurde ich nicht enttäuscht. Der kleine Horrorladen ist ein klasse Musical mit tollen Songs. Selbstredend musste ich mir dann auch den Soundtrack kaufen. Der Preisaufkleber befindet sich heute noch auf der CD-Hülle: 17,95 DM habe ich damals bezahlt, viel Geld, wenn man es von seinem Taschengeld bezahlte, aber absolut gerechtfertigt, wenn man bedenkt, wie oft ich das Album angehört habe. Das Roger-Corman-Original kenn ich noch nicht, dafür habe ich Der kleine Horrorladen inzwischen auch auf der Bühne gesehen. Mit der kongenialen Filmversion und Levi Stubbs als Audrey II konnte diese Version aber nicht mithalten.
Als Eindruck hier der Song, mit dem für mich alles angefangen hat. Leider fehlt das Ende, aber man sollte sich den Film ohnehin komplett zu Gemüte führen.




BEAUTY AND THE BEAST (1991, Alan Menken & Howard Ashman)
Mein Respekt und meine Bewunderung für Disneys Die Schöne und das Biest kam erst mit der Zeit, aber sobald ich alt genug war, um über den vergleichsweisen Mangel an Gags hinwegzusehen, hat mich die reine märchenhafte Kraft des Films nicht mehr losgelassen, genauso wenig wie die über allen Zweifel erhabenen Animationen. Und der Soundtrack ist hervorragend, sowohl der Score als auch die an Broadway-Musicals angelegte Songs. Es fällt mir wirklich schwer, da einen Favoriten herauszupicken, die Prolog-Musik ist klasse, ebenso Transformation, der Mob Song geht unter die Haut und der Theme Song kam ja auch schon auf der Top-15-Liste vor. Darum gehe ich an dieser Stelle mit Be Our Guest. Ach ja, frag’s Geschirr, du weißt, das lügt nicht





A GOOFY MOVIE (1995, Carter Burwell, Don Davis & Tevin Campbell)
Ein toller Disneyfilm, den jeder vergessen zu haben scheint, ist Der Goofy Film, die Fortsetzung der TV-Serie Goofy & Max, die schließlich mit Goofy – Nicht zu stoppen ihr Ende fand. Mein 12jähriges Ich war sehr angesprochen von der Geschichte, dem Humor und vor allem der Musik. Die zwei „hippen“ Titelsongs, i2i und Stand Out, gesungen von Tevin Campbell, sind eine wunderbar seltsame Mischung aus 80er und 90er Musik und geben dem Film eine bisschen den Flair von The Breakfast Club und seinem Hit Don’t you forget about me von den Simple Minds. Und auch die von den Charakteren gesungenen Lieder haben ihren Charme, vor allem After Today hat eine ganze Reihe von mal mehr, mal weniger amüsanten Live-Action-Varianten, gedreht von Schülern an US-amerikanischen High Schools und Colleges, auf YouTube nach sich gezogen. Es lohnt sich, da mal eine kleine Recherche zu veranstalten und vor allem Original und „Fälschung“ zu vergleichen. Mein damaliger Favorit aber war i2i und auch wenn es wohl ein Song ist, der die pure Inkarnation des Wortes „cheesy“ ist … ich kann nicht anders als ihn zu mögen. Straft mein 12jähriges Ich dafür.





ANTZ (1998, Harry Gregson-Williams & John Powell)
Antz ist und bleibt bis heute eine meiner größten filmischen Obsessionen überhaupt. Ich hatte gerade Woody Allen für mich entdeckt und da kam eine Verbindung von seinem Humor mit meiner anderen Passion, dem Animationsfilm, gerade recht. Zumal es sehr bemerkenswert ist, wie sehr die Allegorie Ameisenstaat – Menschliche Gesellschaft einen 15jährigen ansprechen kann. Und dann diese Musik in Verbindung mit den Bildern…göttlich. Den Soundtrack wollte ich um alles in der Welt haben und natürlich landete er in meiner Sammlung und unzählige Male in meinen Ohren. Vor allem Track 2, The Colony, mit dem man am Beginn des Films in die Welt des Helden Z eingeführt wird. Andere hervorragende Tracks sind The Antz go marching to war und Weaver and Atzteca flirt. In meinen Augen einer der unterbewertetsten Film und unterbewertetsten Soundtracks überhaupt.





DINOSAURIER (2000, James Newton Howard)
Ach ja, Disneys Dinosaurier. Ich habe vor Ehrfurcht Tränen in den Augen gehabt, als der Trailer vor Toy Story 2 im Kino lief. Diese Bilder von Dinosauriern in ihrer „natürlichen Umgebung“, das hat mich schon sehr überwältigt. Der Film selbst ist dann ja eher … mäßig. Die Animationen sind grandios, aber warum man die Dinos immer sprechen lassen muss und die Plots auch immer nur In einem Land vor unserer Zeit recyceln… keine Ahnung. Der kürzlich gefloppte Dinosaurier – Im Reich der Giganten scheint ja genau den gleichen Fehler begangen zu haben. Nach allem, was man so hört, sogar noch ein paar Stufen furchtbarer als dieser Film. Nun gut, immerhin hatte dieser Film einen epischen Soundtrack und auch wenn ich ihn nicht mehr so klasse finde wie damals würde ich mich doch schlecht fühlen, ihn nicht auf der Liste zu haben. Ein hörenswerter Soundtrack zu einem Film, der ihn nicht verdient hat. Als Beispiel der Track Across the Desert. Ja, was passiert da wohl im Film…?





RED PLANET (2000, Graeme Revell & diverse Interpreten)
Noch so ein Beispiel für einen Film, der selbst  nicht so toll ist wie sein Soundtrack. Red Planet ist ein recht unterhaltsamer, aber müßiger B-Film, soweit ich mich erinnere. Aber das dazugehörige Album mit Peter Gabriel, Emma Shapplin, Sting und einem schönen Score von Graeme Revell ist Balsam für meine Ohren. Am allerseltsamsten aber ist, dass mit der Remix von The Tower That Ate People ausnehmend gut gefällt, obwohl er so viele Elemente hat, die mir sonst gar nicht zusagen. Aber gut, hier funktioniert es und das Album passt perfekt zu der angestrebten, aber nie ganz erreichten Atmosphäre des Films. Ich erinnere mich aber, dass es kurioserweise perfekt zu den Effekten passte. Macht das Sinn? Vielleicht, vielleicht auch nicht.





TREASURE PLANET (2002, James Newton Howard & John Rzeznik)
Der Titelsong dieses Films kam ja schon in der 15 Songs-Liste vor, aber ich mag das komplette Album. Wahrscheinlich hört jemand, der nicht so vernarrt in den Film Der Schatzplanet ist, hier nur einen netten, aber gängigen Disney-Score, aber mich transportiert James Newton Howards Musik genauso zurück in die Welt von Jim Hawkins wie es der Song I’m Still Here von John Rzeznik tut, als gute und schlechte Zeiten noch so verdammt nah beieinander lagen.





THE VILLAGE (2004, James Newton Howard & Hilary Hahn)
Okay, das letzte Mal James Newton Howard, ich verspreche es. War mir vorher gar nicht klar, dass er so oft auf meiner Liste auftauchen würde… The Village – Das Dorf lebt in meinen Augen ohnehin sehr von seiner Musik, die die Atmosphäre perfekt mitgestaltet, als beispielsweise von dem in meinen Augen etwas forcierten Twist am Ende. Alle haben sich über das „normale“ Ende von Signs – Zeichen aufgeregt, also musste auf Teufel komm raus etwas anderes her. Aber inzwischen hat M. Night Shyamalan ja ohnehin jede Glaubwürdigkeit verloren, darum kann man The Village als seinen letzten ansehbaren Film wohl stehen lassen. Denn, wie gesagt, er hat diesen wunderschönen, melancholischen Soundtrack mit der tollen Violinistin Hilary Hahn. Es ist auch immer schön, wenn ein Soundtrack auch vollkommen allein, ohne den dazugehörigen Film, stehen kann.





HAPPY FEET (2006, John Powell)
Ich meine nicht den „eigentlichen“ Soundtrack mit den gängigen Songs, für mich ist der Score von John Powell um Längen besser. Happy Feet ist ja ohnehin ein Film, der schnell unterschätzt wird. Tanzende, niedliche Pinguine und das war es? Weit gefehlt, die Story beinhaltet so viel mehr und besonders ansprechend finde ich den tief verwurzelten Wunsch nach artenübergreifender Kommunikation. Denn darum geht es eigentlich: wie könnten sich Spezies‘ auf der Erde verständigen, wenn sie eigentlich keine gemeinsame Kommunikationsbasis haben? Wer nur für die Showeinlagen kommt, der wird mit sehr viel mehr bereichert als „nur“ beschwingt tanzenden und singenden Vögeln. So viel dazu. Hinzu kommen noch hervorragende Bilder, die souveräne Regie von George Miller (der Schöpfer von Mad Max weiß halt, wie man Action inszeniert und wie eine Sequenz komponiert sein muss, um den maximalen Effekt zu erreichen) und der ehrfurchtsgebietende Soundtrack. Um an den Score zu kommen, habe ich zum ersten Mal einen Kauf über den Amazon Marketplace in Amerika getätigt. Was hat sich das gelohnt.





GRAVITY (2013, Steven Price)
Dies ist die Musik, die einem meiner Professoren sicherlich Schmerzen verursacht. Überwältigungsmusik, igitt… Aber ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich bin zwar auch der Meinung, dass man nicht jede freie Minute mit Musik zukleistern sollte und Filme, die ihren Score sehr bewusst und akzentuiert einsetzen zu beglückwünschen sind, aber wenn man 90 Minuten zusammen mit Sandra Bullock am Rand des Überlebens gehangen hat, ist das wohl herzlich egal. Zumal die Musik in Gravity auch oft die Funktion von Geräuschen übernimmt, was einen hübschen Effekt ergibt. Mein Lieblingstrack aber ist das Finale: back to earth, glad to be alive. Ich war echt fertig, nachdem ich Gravity gesehen habe, auch und gerade wegen des perfekt zum Film passenden Soundtracks.





Und das waren sie, die zehn Soundtracks, die ich immer wieder hören kann. Nicht auf die Liste geschafft haben es Alien Autopsy, Night on Earth, Beowulf, Kammerflimmern, Werner – Das muss kesseln!!! und Titan A.E. Und natürlich all die Soundtracks, die ich noch entdecken muss.

Kommentare:

  1. Eine exzellente Wahl! Besonders die Erwähnung von "Treasure Planet" freut mich - I'm Still Here hat mich damals auch ständig begleitet. Überhaupt ein unterschätzter Disney!

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    1. Ah, sehr schön, dass du "Treasure Planet" auch so viel abgewinnen kannst. :-) Im März werde ich zu gegebener Zeit noch ausführlicher auf den Film eingehen... ;-)

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  2. Achja, Antz gab es ja auch! Hab ich als Kind rauf und runter gesehen, aber irgendwie ist er völlig in Vergessenheit geraten.

    Ich werde mich vielleicht auch (erstmal still und heimlich) an deinem Stöckchen versuchen, vielleicht bekomme ich ja auch 10 zusammen. Momentan fallen mir allerdings nur 2-3 Songs an sich ein ;)

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    1. Das würde mich freuen! Mit etwas Zeit fallen dir bestimmt noch mehr Soundtracks ein. Ich musste auch erstmal sammeln und bemerke jetzt, dass ich noch so viele vergessen habe, die zumindest eine Erwähnung wert gewesen wären... :-)

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  3. Little Shop of Horror... den hätte ich auch noch nennen können :) The Village habe ich auch drin :)

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  4. Kenne leider nur grob den von "The Village" und "Gravity" fiel mir viel zu selten auf. Allerdings habe ich die Tage ohnehin mehr und mehr Lust auf James Newton Howards Werke bekommen. Und "The Village" wurde nun schon öfters genannt. Werde sicherlich mal reinhören.

    Danke für die Teilnahme! Waren wieder vollkommen andere Anregungen dabei. Super.

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  5. http://filmreviews.gemeinschaftsforum.com/top-10-soundtracks-meine-lieblingssoundtracks/

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